Trockenperioden, Starkregen und immer unberechenbareres Wetter stellen Gärten, Grünflächen und Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Wasser ist dabei ein zentrales Thema. Nicht nur die Menge ist entscheidend, sondern vor allem, wie gut Landschaften und Böden Wasser aufnehmen, speichern und langsam wieder abgeben können.
Ein wassersensibler Umgang ist ein wichtiger Baustein der biologischen Kreislaufwirtschaft – und lässt sich auch im eigenen Garten umsetzen.
Warum Wasserhaltung immer wichtiger wird
Versiegelte Flächen, ausgelaugte Böden und fehlende Vegetation sorgen dafür, dass Regenwasser schnell abfließt, statt im Boden zu versickern. Die Folgen sind Überschwemmungen bei Starkregen und Trockenstress in längeren Dürrephasen.
Ein widerstandsfähiger Garten hält Wasser zurück, speichert es im Boden und macht Pflanzen unabhängiger von häufigem Gießen.
Das Schwammstadt-Prinzip – auch im Kleinen wirksam
Das sogenannte Schwammstadt-Prinzip beschreibt Städte und Landschaften, die Wasser wie ein Schwamm aufnehmen können. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Gärten übertragen:
- entsiegelte Flächen statt Beton und Pflaster
- Beete und Mulden, in denen Regenwasser versickern kann
- Bäume, Sträucher und Stauden als natürliche Wasserspeicher
So bleibt Wasser dort, wo es gebraucht wird.
Mulchen: Verdunstung reduzieren, Boden schützen
Mulch ist eine einfache und sehr wirkungsvolle Maßnahme. Abdeckmaterialien wie Stroh, Laub, Grasschnitt oder Holzhäcksel schützen den Boden vor Sonne und Wind.
Mulchen:
- reduziert die Verdunstung
- hält den Boden länger feucht
- fördert Bodenleben und Humusaufbau
- unterdrückt Beikräuter
Bodenverbesserung als Wasserspeicher
Ein lebendiger, humusreicher Boden kann deutlich mehr Wasser speichern als verdichtete oder ausgelaugte Erde. Kompost, organisches Material und schonende Bodenbearbeitung verbessern die Bodenstruktur nachhaltig.
Mikroorganismen und Bodenlebewesen schaffen Hohlräume, in denen Wasser gespeichert wird und Pflanzenwurzeln besser wachsen können.
Regenwasser sinnvoll nutzen
Regenwasser ist weich, kostenlos und ideal für Pflanzen. Möglichkeiten zur Nutzung sind:
- Regentonnen und Zisternen
- Mulden und kleine Versickerungsflächen
- gezielte Ableitung von Dachwasser in Beete
So schließt sich der Wasserkreislauf direkt vor Ort.
Fazit
Wasser im Garten zu halten bedeutet mehr als Sparen. Es geht darum, natürliche Kreisläufe zu unterstützen, Böden aufzubauen und Gärten widerstandsfähig gegenüber Wetterextremen zu machen. Viele kleine Maßnahmen ergeben zusammen eine große Wirkung.
➡️ Im nächsten Teil unserer Wissensreihe geht es um Pflanzenkohle – ein uraltes Wissen neu entdeckt. Wir schauen auf Terra Preta, Klimanutzen und Einsatzmöglichkeiten.


