Wissensreihe: Biologische Kreislaufwirtschaft
Unsere Kulturpflanzen erzählen Geschichte. Über Generationen hinweg wurden sie an regionale Böden, Klima und Bedürfnisse angepasst. Alte Sorten sind daher weit mehr als ein nostalgischer Blick zurück – sie sind ein wertvoller Schlüssel für eine nachhaltige und resiliente Zukunft.
In diesem Teil unserer Wissensreihe zeigen wir, warum traditionelle Pflanzenvielfalt und regionale Saatgutstraditionen eine zentrale Rolle in der biologischen Kreislaufwirtschaft spielen.
🌾 Was sind „alte Sorten“?
Als alte Sorten bezeichnet man Kulturpflanzen, die über viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte weitervermehrt wurden – oft bevor industrielle Züchtung und standardisierte Saatgutsysteme Einzug hielten.
Typisch für alte Sorten sind:
- große genetische Vielfalt,
- Anpassungsfähigkeit an regionale Bedingungen,
- samenfeste Eigenschaften,
- ursprünglicher Geschmack und Vielfalt in Form, Farbe und Reifezeit.
🌱 Vielfalt statt Einheitszüchtung
Moderne Hochleistungssorten sind häufig auf Ertrag, Transportfähigkeit und einheitliches Aussehen optimiert. Dabei geht oft wertvolle Vielfalt verloren.
Alte Sorten bieten einen wichtigen Gegenpol:
- sie reagieren oft robuster auf Wetterextreme,
- kommen mit weniger Dünger und Pflanzenschutz aus,
- fördern die Vielfalt von Insekten und Bodenorganismen,
- sichern genetische Ressourcen für zukünftige Züchtungen.
Vielfalt macht Systeme stabil – auch in der Landwirtschaft.
🌍 Regionale Anpassung als großer Vorteil
Alte Sorten sind häufig genau dort entstanden, wo sie heute wieder angebaut werden:
- angepasst an regionale Böden,
- widerstandsfähig gegenüber lokalen Krankheiten,
- vertraut mit dem regionalen Klima.
Damit passen sie ideal zum Gedanken der regionalen Kreisläufe und kurzen Wege.
🌼 Alte Sorten und Biodiversität
Blütenreiche, vielfältige Pflanzen bieten Nahrung und Lebensraum für:
- Bienen und andere Bestäuber,
- Nützlinge im Garten,
- Mikroorganismen im Boden.
So stärken alte Sorten nicht nur unsere Ernährung, sondern ganze Ökosysteme.
🌾 Saatgut als Kulturgut
Saatgut ist mehr als ein Produkt – es ist ein Kulturgut. Früher war es selbstverständlich, Saatgut selbst zu gewinnen, weiterzugeben und zu tauschen.
Diese Traditionen:
- fördern Unabhängigkeit,
- bewahren regionales Wissen,
- stärken Gemeinschaften,
- machen biologische Kreisläufe sichtbar und erlebbar.
🤝 Unsere Rolle als Förderverein
Der Förderverein für biologische Kreislaufwirtschaft setzt sich für den Erhalt alter Sorten und regionaler Saatguttraditionen ein. Durch Wissensvermittlung, Austausch und gemeinschaftliche Projekte möchten wir dazu beitragen, Pflanzenvielfalt lebendig zu halten.
Ob im Garten, im Gemeinschaftsprojekt oder bei Veranstaltungen – jede alte Sorte, die angebaut und weitergegeben wird, ist ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Regionen.
🌿 Fazit
Alte Sorten verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie stehen für Vielfalt, Anpassungsfähigkeit und regionale Identität – und sind ein unverzichtbarer Bestandteil der biologischen Kreislaufwirtschaft.
➡️ Im nächsten Teil unserer Wissensreihe beschäftigen wir uns mit Mykorrhiza & Mikroorganismen – das unsichtbare Netzwerk im Boden.
Begleiten Sie unsere Wissensreihe und entdecken Sie, wie vielfältig nachhaltige Kreisläufe sein können.


